Während sich Amnesty International vorwiegend für die Menschenrechte im internationalen Bereich einsetzt, sind es die großen Wohlfahrtsorganisationen, die auch die Bedürftigen in Deutschland nicht aus den Augen verlieren. So finden sich seit der Einführung von Hartz IV immer mehr der so genannten Sozialkaufhäuser in Deutschland.
Sie werden meist von den Gemeinden oder eben den großen Wohlfahrtsorganisationen getragen. Ziel dieser Sozialkaufhäuser ist es, die Bedürftigen in Deutschland mit preiswerten Textilien, Möbeln und Haushaltsgeräten, etwa einer Spülmaschine, zu versorgen.
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Funktionsweise der Sozialkaufhäuser
Die Sozialkaufhäuser in Deutschland leben zumeist von Spenden. Wer ein neues Möbelstück kauft, kann das alte dem Sozialkaufhaus spenden. Dabei bekommt er kein Geld für das Möbelstück, kann es aber kostenfrei vom Sozialkaufhaus abholen lassen. Somit hat man keinerlei Arbeit mit der Entsorgung. Wichtig ist, dass auch die Sozialkaufhäuser ein gewisses Maß an Qualität wünschen. Eine 20 Jahre alte Couchgarnitur beispielsweise, die völlig durchgesessen ist oder aus der schon die Federn herausschauen, wird auch vom Sozialkaufhaus nicht abgenommen. Die Möbel müssen noch verwendbar sein. Gleiches gilt für Haushaltsgeräte, denn diese sollen beim neuen Besitzer schließlich wieder eingesetzt werden können.
Nachdem die Möbel, Textilien und Co. im Sozialkaufhaus angekommen sind, werden sie evtl. noch etwas aufgearbeitet und dann im Ladengeschäft ausgestellt. Für vergleichsweise wenig Geld werden die Spenden dann an Bedürftige verkauft. Regelmäßig wird ein Bescheid der ARGE über den Hartz-IV-Bezug oder eine andere Form des Nachweises der Bedürftigkeit verlangt, um im Sozialkaufhaus einkaufen zu können. Damit soll erreicht werden, dass nicht Besserverdienende von den sehr günstigen Preisen profitieren.
Die Mitarbeiter im Sozialkaufhaus
Im Sozialkaufhaus werden vorwiegend Langzeitarbeitslose beschäftigt. Die Wiedereingliederung dieser Personen in das Arbeitsleben ist ein weiteres Ziel, das die Sozialkaufhäuser verfolgen. Durch den geregelten Tagesablauf können die Menschen erst einmal wieder lernen, was es bedeutet, einer Arbeit nachzugehen. Zumeist werden die Jobs als Ein-Euro-Jobs vergeben, aber auch die ehrenamtliche Mithilfe ist natürlich gerne gesehen.
Durch die stetig steigende Nachfrage nach preiswerten Möbeln und den vielen Helfern, die sich freuen, endlich wieder eine Aufgabe in ihrem Leben gefunden zu haben, übernehmen die Sozialkaufhäuser heute auch weitere Aufgaben. Soll beispielsweise eine Wohnung aufgelöst werden, nachdem alle Fragen zum Mietrecht geklärt worden sind, sind die Sozialkaufhäuser hierbei gegen ein geringes Entgelt behilflich. Ebenso holen sie alle noch brauchbaren Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände direkt ab und kümmern sich dann um deren weiteren Verkauf.
Sozialkaufhaus – ein Gewinn für alle Parteien
Das Prinzip des Sozialkaufhauses bietet für alle Parteien einen Gewinn. Denn die Bedürftigen können sich günstig neu einrichten, die Spender müssen sich nicht um die Entsorgung alter Möbelstücke und Haushaltsgeräte kümmern und die Mitarbeiter des Sozialkaufhauses erhalten eine neue Aufgabe, die ihr Selbstbewusstsein stärkt. Sie fühlen sich wieder gebraucht. Da ist es kein Wunder, dass zunehmend mehr Sozialkaufhäuser in Deutschland entstehen
Foto: © dido-ob / pixelio.de